Integration ist Teamwork – Kampagne 2017!

Goldnetz gGmbH führt seit 2011 jährlich eine Bildungskampagne mit unterschiedlichen Partnern und Themen als große Plakataktion in Berlin durch, ermöglicht durch die freundliche Unterstützung der WALL GmbH.

Unsere Plakate zeigen Menschen, die wir bei ihrer beruflichen Entwicklung, ihren Plänen und Wünschen begleitet haben. Durch individuelles Coaching, fachspezifische Weiterbildung, Bewerbungstraining oder Sprachkurse werden neue Perspektiven eröffnet und Arbeitsverhältnisse geschaffen.

Seit 25 Jahren arbeitet Goldnetz erfolgreich als Schnittstelle zwischen Arbeitssuchenden, Qualifizierungsmodellen und Wirtschaftsunternehmen. Jede individuelle Erfolgsgeschichte ist dabei immer ein persönlicher und zugleich auch ein Erfolg für uns als Unternehmen. 

Ansprechpartner/in

Die Bildungskampagne steht 2017 unter dem Motto „Integration ist Teamwork“.

Ob es um die Integration in den Arbeitsmarkt oder in die Gesellschaft als Migrantin/Geflüchtete geht, braucht es für den erfolgreichen Weg dorthin immer mehrere Akteure, die auf Augenhöhe zusammenarbeiten.

Auf zwölf Plakatmotiven zeigen wir ab heute einige unserer vielen Akteure, die als Team mit Coaching, Weiterbildung oder durch innovative Kooperationsprojekte Erfolge erzielten.

Die breite Palette der Erfolgsgeschichten lesen Sie in den nachfolgenden Interviews. Erfolg hat viele Gesichter!

Lesen Sie die Interviews

 Zurück in den Job ist Teamwork



„Ich will meinem Kind etwas bieten, ich will fest im Leben stehen, ein gutes Vorbild sein.“

Team:         Frau Starke, Job-Coach und
                  Frau Fiege, alleinerziehende Mutter und Bürokauffrau
Projekt:       Berliner Job-Coaching für Alleinerziehende


Was haben Sie bisher beruflich gemacht und wie sind Sie zu Goldnetz gekommen?

Ich habe zuerst nur den Hauptschulabschluss gemacht, weil ich in der zehnten Klasse schwanger geworden bin und habe danach eine Ausbildung zur Altenpflegerin begonnen. Die Ausbildung war aber für mich nicht durchzuhalten, weil das einfach mit den Zeiten als alleinerziehende Mutter nicht funktioniert hat, Nachtschichten usw. Daher habe ich nach einer Teilzeit Möglichkeit gesucht und eine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation gemacht. Obwohl ich in der Zeit sehr krank geworden war, habe ich trotzdem die Prüfung bestanden. Nach der Ausbildung war ich wieder eine ganze Weile zu Hause, um gesundheitlich wieder stabil zu werden.

Über die Jobmesse bin ich zu Goldnetz gekommen. Erst hatte ich meine Zweifel, aber dann dachte ich: Das ist freiwillig, das ist kostenlos, das ist genau das, was ich brauche und für mich selber will‘ - einfach um zu schauen, wie weit ich für mich selber bin, ob ich bereit bin, wieder arbeiten zu gehen!

Was ist im 12-wöchigen Trainingsprogramm bei Ihnen passiert, was hat sich bewegt?

Da ist eine ganze Menge passiert! Es gab viele schöne Momente. In so einem Jobcoaching arbeitet man sehr an sich selber. Ich hatte mir eher ein Bewerbungstraining vorgestellt. Das gab es auch, aber das Ganze ging tiefer. Wir sind richtig an unsere Persönlichkeit gegangen, haben uns weiter entwickelt. Vieles musste ich erst mal sacken lassen. Aber am Ende hat sich das alles wirklich total gelohnt! Ich stehe auch mit den anderen Frauen noch in Kontakt. Das ist total schön.

Das Jobcoaching war dann ein Einstieg zurück ins Berufsleben, einfach wieder was anfangen. Ich gehe jetzt arbeiten, ich brauche mich nicht mehr schlecht fühlen, wenn ich doch mal vormittags einkaufen gehe, dass ich vom Jobcenter lebe. Ich muss bei 20 Stunden zwar noch aufstocken, aber ich fühle mich trotzdem gut. Ich schaffe es jetzt, alles unter einen Hut zu bekommen.

Was haben Sie durch das Coaching für sich selbst mitgenommen?

Ich hatte vorher so gar kein Selbstbewusstsein, jetzt so langsam kommt das, weil ich einfach gemerkt habe: Ich war nie der Mensch, der einfach nur zu Hause sein will, ich will meinem Kind etwas bieten, ich will fest im Leben stehen, ein gutes Vorbild sein. Das war mir schon immer wichtig, aber in der Zeit, als es mir nicht gut ging, war das total schwierig.

Gerade die Übungen, die wir im Jobcoaching gemacht haben, haben mir sehr geholfen. Was ich am Interessantesten fand: Wir sollten unseren Werdegang auf ein Plakat bringen. Bei der Besprechung sind mir zum ersten Mal gewisse Dinge aufgefallen, und das hat Frau Starke dann auch bestätigt: Dass ich eigentlich schon so viel in meinem Leben geschafft habe. 
Das Plakat habe ich aufgehoben und schaue manchmal drauf, das stärkt mich. Da bekomme ich einen anderen Blick auf mich. Es dauert zwar lange, es ist ein harter Weg, aber trotzdem lohnt es sich einfach, zu kämpfen. Das Jobcoaching hat mir genau das gezeigt und mich darin bestärkt, dass das alles gut ist, was ich bisher gemacht habe und wie ich meinen Weg gegangen bin. Er ist zwar individuell, so geht jeder seinen Weg. Aber anders heißt ja nicht falsch!


Was konnten Sie durch das Job-Coaching erreichen?

Ich habe jetzt einen Job als Büro-Assistentin bei einem Rechtsanwalt. Ich habe erst vier Tage Praktikum gemacht, um die Rechtsanwaltskanzlei kennenzulernen. Jetzt arbeite ich von Montag bis Donnerstag, und ich darf meine Tochter sogar mitbringen, wenn mal Zeitmangel ist. Es ist wirklich perfekt, der Job macht auch total Spaß! Es klappt alles total super. Genau der richtige Job - gerade als Einstieg ins Berufsleben.

Was ist das Wichtigste, das Sie aus Ihrer Zeit bei Goldnetz mitgenommen haben?

Ich glaube, man sollte wirklich vieles einfach ausprobieren, sofern man die Chance hat. Und wenn es dann nicht klappt, dann ist es so. Ich wäre nicht zu Goldnetz gegangen, wenn ich nicht gedacht hätte: „Probier es einfach, du hast nichts zu verlieren. Und wenn es dir nicht gefällt, kann man immer noch Nein sagen. Jetzt bin ich glücklich, dass ich da war. Ich habe auch so viele interessante Frauen kennengelernt.“

Was trauen Sie sich jetzt, was Sie sich vor dem Coaching nicht getraut haben?

Ich gehe jetzt wieder offener auf die Menschen zu. Ich war wirklich sehr verschlossen. Durch diese Bestätigung, dass es richtig ist, wie ich meine Leben lebe, bin ich selbstbewusster geworden.
Durch das Jobcoaching habe ich viel über mich selbst gelernt und stelle mich jetzt meinen Ängsten. Davor wegrennen bringt sowieso nichts. Und es ist nicht schlimm, Fehler zu machen, das ist menschlich. Fehler sind dazu da, um aus ihnen zu lernen.


Frau Starke, wie haben Sie die Arbeit mit Frau Fiege wahrgenommen?

Was auf jeden Fall ganz wichtig war, war, dass jemand an sie glaubt, ihr das Selbstvertrauen zurück gibt, und zwar nicht nur einen Tag an sie glaubt, sondern 12 Wochen lang. Ziemlich entscheidend war aus meiner Sicht, ihr immer wieder die Potenziale aufzuzeigen, die in ihr stecken. Ich glaube, das Wichtigste war der Ausgehtag, an dem ich die Frauen losschicke: Sie sollen in ihrem Berufsfeld zu Unternehmen gehen, die für sie interessant sind, ohne Anmeldung, und da sollen sie Interviews führen. Das hat Frau Fiege überwunden, sie hat ca. sechs Interviews geführt und mir den Bericht gezeigt und da dachte ich: ‚Sie hat einen großen Schritt gewagt und hat ihre Ressourcen entdeckt! Wenn sie das schafft, schafft sie alles!’ In diesem Prozess überwinden die Frauen eine Schwelle und wissen, ich kann das! Ich biete auch was! Und ich traue mich, potentielle Arbeitgeber anzusprechen.

Was bedeutet Teamwork für Sie, gerade im Jobcoaching?

Frau Fiege:
Ich finde, es ist wichtig, miteinander, zusammen zu arbeiten, dass man in der Gruppe an einem Strang zieht.
Es war auch schön, dass man auch von den anderen Gruppenmitgliedern so positive Rückmeldung und Anerkennung erhalten hat. Das war für mich eine unglaubliche Bestätigung! Das man dabei unterstützt wird, seinen Weg zu gehen.


Frau Starke:
Für mich ist Teamwork im Coaching, dass ich nicht einfach Trainerin bin für 16, sondern dass ich, auch wenn ich vor der Gruppe stehe, jede einzelne in ihrem eigenen Prozess begleite.
Für mich ist ein Coaching ein Prozess, und die Hälfte des Prozesses liegt im Anerkennen, Wertschätzen, Fördern und Fordern. Auch, dass die Frauen aus ihrer Komfort-Zone herauskommen und das von den Frauen einzufordern, und dann Feedback geben und bestärken. Das ist eigentlich die wichtigste Aufgabe, die ich als Coach sehe.

 

Bildung ist Teamwork


 

„Durch das Coaching konnte ich aus mir herauskommen und mich öffnen.“

Team:       Frau Angerer, Jobcoach und Frau Wischer, arbeitet in einer Demenz-WG
Projekt:     Einzelcoaching für Arbeitssuchende

Frau Wischer:

Was haben Sie bisher beruflich gemacht und wie sind Sie zu Goldnetz gekommen?
Erst habe ich in der Kita gearbeitet. Aber mit der Zeit habe ich ein Interesse dafür entwickelt, mit älteren Menschen zu arbeiten. Ich habe dann den Betreuungsassistentenschein gemacht und habe in verschiedenen Senioreneinrichtungen gearbeitet.

Meine Vermittlerin hat mir direkt ein Einzelcoaching vorgeschlagen, denn ich habe meinen Betreuungsschein bereits bei Goldnetz gemacht und habe mich dort wohl gefühlt, so wollte ich das Coaching dann auch bei Goldnetz machen.


Wie war Ihre Coachingerfahrung?
Am Anfang dachte ich, oh Gott, was steht mir bevor? Ich hatte Sorge, wie das Ganze überhaupt ablaufen wird und wie es sich entwickelt. Wir kamen schnell ins Gespräch und Frau Angerer hat gemerkt, dass ich etwas unsicher war und ist darauf eingegangen. Sie hat mir alles erklärt und konnte meine Bedenken auflösen.

Was haben Sie durch das Coaching erreicht?
Mein Wunsch war immer, nach dem Betreuungsschein in einer Demenz-WG zu arbeiten, denn dort herrscht ein familiäres Klima. Ich habe dank meiner aktualisierten Bewerbungsunterlagen sogar zwei Vorstellungsgespräche gehabt und konnte mich entscheiden. Ich hatte nach einmal Probearbeiten sofort einen Vertrag in der Tasche. Mein Wunsch ist dank Frau Angerer in Erfüllung gegangen. Sie hat mich so super unterstützt, dass ich nur sagen kann, danke, danke, danke! Ich habe sogar meine Probezeit schon frühzeitig bestanden.

Wie hat Ihnen das Coaching dabei geholfen?
Frau Angerer hat sich wirklich mit mir beschäftigt. Wir waren ein wirkliches Team. Sie hat mir Mut zugesprochen und hat immer gesagt: „Wir finden was!“. Wir haben so viele Bewerbungen rausgeschickt und es hat sich erst keiner gemeldet. Sie hat mich unterstützt, indem Sie nicht aufgegeben hat. Erst haben wir den Lebenslauf aufgefrischt und dann ging es los mit Suchen. Ich habe nicht viel Ahnung von Computer. Daher hat mir die Unterstützung wahnsinnig geholfen, die Unterlagen zu aktualisieren. Ich hatte einfach jemanden an meiner Seite. Mein Selbstbewusstsein war auch nicht sehr ausgeprägt. Ich war sehr unsicher, aber das gibt sich langsam.

Was bedeutet für Sie Teamwork im Coaching?
Wenn man sich gut aufgehoben fühlt. Es muss eine richtige Zusammenarbeit sein. Und besonders wichtig ist eine gute Kommunikation. Nur so konnte ich aus mir rauskommen und mich öffnen.

Was bedeutet für Sie Teamwork in der Arbeit?
Eine Hand wäscht die andere. Ich springe gerne mal ein, wenn ich sehe, dass die Pflegekräfte überlastet sind. Wenn ich unsicher bin, hole ich mir andererseits Infos und Ratschläge bei den Pflegekräften. Die Unsicherheit verschwindet dadurch. Ich lerne von anderen Mitarbeitern und die lernen von mir. Ich hole mir trotz meiner 62 Jahre immer noch Infos, lerne Neues und lasse mir Sachen erklären. Ich frage immer wieder nach, weil ich das einfach alles interessant finde. Das geht nur mit einer offenen Kommunikation. Nur wenn man sich absprechen kann, kann man Fehler und Probleme aus der Welt schaffen. Die Bedeutung der Kommunikation habe ich auch bei Goldnetz gelernt.

Frau Angerer:

Was ist das Besondere an dem Projekt bei Goldnetz?
Im Coaching-Projekt von Goldnetz bin ich seit der ersten Stunde dabei. Das Projekt hat meine Arbeit mit Erwerbslosen sehr viel effektiver und einfacher gemacht. Vorher gab es viele Projekte mit Bewerbungstraining in der Gruppe, was oft den einzelnen Klienten nicht gerecht wird. Beim Einzelcoaching kann ich sehr individuell auf die jeweilige Situation und die Vermittlungshemmnisse des Klienten eingehen und kann viel, viel besser dabei unterstützen, wieder in Arbeit zu kommen als bei einer Gruppenveranstaltung. Ich finde das Projekt ganz großartig, weil es der Individualität der Klienten und den Gründen, warum jemand aus dem Berufsleben ausgestiegen ist, Rechnung trägt und individuelle Ansatzmöglichkeiten für die Klienten bietet, wieder in der Gesellschaft einen Platz zu finden.

Was bedeutet Teamwork in Ihrer Arbeit mit den Klienten?
In Bezug auf die Klienten bedeutet es, dass der Klient eine Veränderung wollen muss und an sich arbeiten muss. Ich biete dafür nur die Leinwand. Das Bild malen muss der Klient selber. Die Zusammenarbeit mit dem Klienten ist ein ganz, ganz enges Teamwork. Das geht wirklich Hand in Hand. Coaching geht nur mit dem Klienten im Team und nicht für den Klienten und auch nicht gegen den Klienten.

Welche Erkenntnis haben Sie aus dem Coaching mit Frau Wischer gewonnen?
Die Arbeit mit Frau Wischer hat mir gezeigt: Es kommt weniger an auf Rahmendaten wie Alter, Geschlecht, Herkunft oder Aussehen, ob jemand wieder in Arbeit kommt, sondern was sich derjenige zutraut. Wenn mangelndes Selbstvertrauen der Grund ist, warum sich jemand nicht mehr auf den Arbeitsmarkt begibt, dann ist das eine sehr gute Möglichkeit für den Coach, dort erfolgreich zu unterstützen. Mit Empowerment kann man Selbstvertrauen und Mut erzeugen, was den Grundstein legt für den individuellen Erfolg.

Frau Wischer hat dank Ihres Coachings einen neuen Weg einschlagen können. Warum denken Sie haben viele Menschen Angst, Neues zu wagen?
In Bezug auf Arbeitslosigkeit ist es so, dass viele Menschen mit der andauernden Ablehnung der Arbeitgeber nicht gut umgehen können. 100 Absagen zu kriegen und 100 Mal zu hören, „Du bist nicht richtig für uns“, das nagt selbstverständlich am Selbstwertgefühl. Da kann man aber das Selbstwertgefühl auch wieder aufbauen und den Menschen klarmachen, dass es oft nichts mit ihnen persönlich zu tun hat sondern immer ganz viel mit dem Arbeitgeber, dass der einfach eine andere Vorstellung hatte. Das war auch ein großer Punkt bei Frau Wischer. Und dann hat sie sich getraut.
 

 Beruf & Kind ist Teamwork



„Auch als alleinerziehende Mutter bin ich selbstsicherer geworden.“

Team:   Frau Maas, Coach und Projektorganisatorin „Mit Coaching zum Erfolg“
            Frau Link, Flugbegleiterin
Projekt: Mit Coaching zum Erfolg


Was haben Sie bisher beruflich gemacht und wie sind Sie zu Goldnetz gekommen?
Ich habe acht Jahre als Flugbegleiterin gearbeitet, dann bin ich schwanger geworden. Nach einem Jahr Elternzeit fing ich wieder an zu arbeiten, habe aber festgestellt, dass es sehr schwer zu vereinbaren ist: als alleinerziehende Mutter und Job mit Schichtdienst. Und dann hab ich mich entschieden, wieder Elternzeit zu nehmen und wollte in dieser Zeit natürlich überlegen, was ich stattdessen machen kann.

Ich habe eine Idee, die ich gerne verwirklichen möchte. Die ist im Flugzeug entstanden: Ich hatte immer Schwierigkeiten, mich gesund und ausgewogen zu ernähren. Und somit fing ich einfach an, mir Mahlzeiten im Glas zuzubereiten. Und irgendwie empfand ich das immer mehr als totale Marktlücke. Und dann dachte ich: ‚Warum bringe ich das nicht auf den Markt?‘ So bin ich dann auch zum Coaching gekommen, denn ich wusste nicht: Wie gehe ich jetzt den nächsten Schritt, oder traue ich mich überhaupt? Deswegen habe ich mir Unterstützung gewünscht und jemanden, der mir vielleicht auch die Richtung aufzeigen kann.


Wie war das für Sie, als Sie zu Goldnetz kamen?
Ich kam an und war erst mal ziemlich verunsichert. Ich wusste nicht, was auf mich zukommt und ob die Idee gut ankommt. Man hat auch ein bisschen Vorurteile. Werde ich da jetzt vielleicht ausgebremst?‘ Aber dem war überhaupt nicht so. Ich bin auf motivierte, freundliche Leute gestoßen, die daran glauben und mich unterstützt und mir gesagt haben, in welche Richtung es gehen kann.
Es ging dann ja erst mal darum, meine Situation zu erfassen, was ich mir für die Zukunft wünsche und wie man mir helfen kann. Die Projektmitarbeiterin bei Goldnetz hat das gut umgesetzt und mir meinen Coach empfohlen, die richtige Frau, die hauptsächlich mit Frauen arbeitet, das fand ich auch total toll, weil dieser Aspekt „alleinerziehende Mutter“ ist ja ganz wichtig bei mir, das ist ja die absolute Realität, die ich ja mit der Selbstständigkeit trotzdem abdecken muss. Mein Coach hat selber eine Tochter und kennt diese Problematiken mit Frauen und Arbeit und Beruf und hat auch genau das Richtige aus mir herausgelockt.


Was haben Sie aus dem Coaching mitgenommen, was hat sich verändert?
Mein Coach hat mich ganz konkret gefragt, was ich mir vorstelle und wünsche. Und das wurde in dem Fall alles erfüllt, weil es darum ging, mein Selbstbewusstsein zu steigern, um sicheres Auftreten, auch Lösungsvorschläge. Es waren ja noch viele Sachen drum herum, die es ziemlich schwer für mich gemacht haben. Das habe ich alles geklärt und abgearbeitet. Mein Coach hat mir Tools mitgegeben, wie ich mit allem besser umgehen  oder wie ich mir überhaupt bewusst werden kann, was mir in meinem Alltag Energie und Zeit raubt. Wir haben viel aufgeschrieben und uns Gedanken über Lösungen gemacht. Eigenverantwortung war ein großes Thema. Und das entspricht mir total.

Was trauen Sie sich jetzt, was Sie sich vor dem Coaching nicht getraut haben?
Ich bin selbstsicherer und selbstbestimmter. Oft habe ich mich nicht entscheiden können und hab eigentlich gar nicht mehr selber entschieden. Das mache ich jetzt nicht mehr. Ich weiß jetzt ganz genau: Da ist was zu entscheiden, und dann wäge ich ab, und dann treffe ich auch die Entscheidung und nehme sie  so an. Auch als alleinerziehende Mutter bin ich selbstsicherer geworden. Man denkt manchmal: Ist man jetzt auf dem Arbeitsmarkt überhaupt was wert?
Aber darum geht es eigentlich überhaupt nicht. Du musst dir selber was wert sein und wissen, was du anbietest und was du kannst. Also wirklich Selbstständigkeit. Das habe ich mitgenommen.
Bei meinem Plan hat mein Coach mir auch geholfen, sie ist Unternehmensberaterin und hat mir Tipps gegeben und mir Tools mitgegeben, wie ich alles ordnen kann, welcher Schritt jetzt der Wichtigste ist und wie ich das für mich strukturieren kann. Ich musste erst mal lernen, mich zu ordnen.


Was bedeutet Teamwork für Sie - besonders im Kontext Coaching?
Generell kann ich sagen, dass Teamwork total wichtig ist, das weiß ich schon aus meinem alten Beruf. Auf den guten Flügen hat man als Team funktioniert, es geht nur so. Was ich jetzt noch dazu gelernt hab, ist, dass Teamwork auch bedeutet, dass man von jemand anderem was mitnehmen kann. Ich war eigentlich immer mehr die Anführerin. Im Coaching war es eher so, dass ich mich  führen lassen habe. Das war für mich eine tolle Erfahrung, weil es mich einfach noch mal weiter gebracht hat. Es war auch mal schön, nicht immer die Starke zu sein, aufgefangen zu werden - von jemandem, der dir wirklich auf Deine Fragen hin strukturiere Unterstützung gibt.

Frau Maas, was bedeutet für Sie Teamwork in Ihrem Job?
Als Organisatorin des Coachingprojektes bedeutet Teamwork für mich, dass ich jeder Person, die mit ihrem Gutschein zu uns kommt, genau zuhöre und das Anliegen für das Coaching erfasse. Gleichzeitig mache ich mir ein Bild von der Persönlichkeit, die vor mir sitzt. Ich höre, was die Leute sich wünschen, wie ihre Situation aussieht, höre aber auch zwischen den Zeilen, um auf den richtigen Coach zu kommen. Teamwork heißt hier für mich, dass mein Interesse das der Person ist, die vor mir sitzt: dass ihre Situation sich verbessert, dass sie Lösungen für ihre Probleme findet und weiterkommt - nicht nur beruflich, auch persönlich. So kann ich dann den richtigen Coach vermitteln.

 

Talente nutzen ist Teamwork



„Ohne diese Hilfe wären wir weiter Außenseiter.“

Team:     Frau Poghosyan, Coach und
              Sarah Lessan (Charuk) und Pooria Bahremond (Magus), Musiker  
Projekt:   Jobcoaching für Geflüchtete


Was haben Sie bisher beruflich gemacht und wie sind Sie zu Goldnetz gekommen?
Charuk:
Im Iran habe ich Klassische Musik studiert. Dann habe ich eine Schule für Musik und Psychologie gegründet. Ich habe dort acht Jahre gearbeitet, ich habe gelehrt, ich habe die Koordination gemacht und ich war auch im Orchester und habe Klavier gespielt, und ich war Chor-Mitglied. Dann wurde die Schule von der Regierung geschlossen. Ich habe dann ein Buch geschrieben. Wegen diesem Buch habe ich Probleme bekommen, habe mir ein Akkordeon gekauft und das Land verlassen.
Magus:
Ich habe Chemie studiert und ich habe einen Abschluss als Keramik Ingenieur. Dann habe ich meinen Master in Philosophie gemacht, anschließend den Doktor der Philosophie. Irgendwann habe ich Musik gemacht.
Bei unserem ersten Konzert kam die Polizei und hat die Show unterbrochen, unsere Instrumente kaputt gemacht und uns ins Gefängnis gebracht. Aber ich habe meine Musikkarriere ernsthaft weiter verfolgt. Ich bin eine Art Pionier für Metal-Musik im Iran. Wir hatten internationale Konzerte, sind viel durch andere Länder getourt. Wir haben bis heute sechs verschiedene Bands etabliert, verschiedene Musikstile, und führen das bis heute fort.
Charuk:
Nachdem wir nach Berlin kamen, wollten wir einen Job finden, der wirklich zu uns passt. Etwas, das wir kennen, damit wir als Künstler nicht den Fokus verlieren. Wir dachten an Tattoo-Kunst, weil wir (neben der Musik) auch Erfahrung im Designen hatten. Dann sagte eine Freundin zu mir: „Wenn du einen Job suchst, den du wirklich machen willst, musst du so etwas wie ein Jobcoaching machen.“ Wir haben dann einiges ausprobiert, aber nichts hat uns geholfen. Wir haben alles versucht, sind überall hin gegangen. Die letzte Station war Goldnetz.


Was haben Sie durch das Coaching erreicht?
Charuk:
Und Frau Poghosyan hat uns wirklich geholfen, eine Lösung zu finden.
Wir wissen, dass das nichts Alltägliches ist: einen Tattoo-Job oder eine Ausbildung zum Tätowierer zu finden. Aber sie war wirklich offen. Sie wollte uns helfen, das zu finden, was wir wollen. Ihr Herz schlägt für das, was sie tut. Manchmal war es wirklich schwierig und kompliziert, aber sie hat die Leidenschaft, sie will es.
Magus:
Der Unterschied zwischen Goldnetz und  anderen Jobcoachings war: Goldnetz hat uns zugehört, die Situation analysiert und alle Details überprüft. Das war ein großes Plus. Sie haben sich angehört, woher wir kommen und wo wir hin wollen. Ich meine, es ist unser Leben und die Leute hier übernehmen Verantwortung, um uns ein sicheres und gutes Leben zu ermöglichen.
Charuk:
Wenn du als Immigrant und Künstler in ein fremdes Land kommst, musst du bei null anfangen, sogar unter null. Darum haben wir diese Hilfe wirklich gebraucht. Es hat uns sehr frustriert, dass uns niemand als Künstler ernst genommen hat.


Frau Poghosyan, wie war die Zusammenarbeit für Sie?
Es war sehr angenehm, wir hatten offene Gespräche. Für mich ist es wirklich sehr wichtig, was die Leute gern machen möchten. Die Arbeit muss Spaß machen, sonst macht es keinen Sinn. Wir haben unterschiedliche Pläne entworfen, sind verschiedene Optionen durchgegangen, damit wir alles berücksichtigen und nutzen.

Wir haben drei Monate zusammen gearbeitet. Als Ergebnis konnten wir ein Vorstellungsgespräch in einem Tattoo-Studio erreichen. Der Meister hat sozusagen schon zugesagt, aber er möchte noch einmal mit den beiden zusammen zeichnen, damit er sieht, was sie können. Aber wir haben unterschiedliche Wege, nicht nur einen Plan, auch Plan B, C, D.


Was trauen Sie sich jetzt nach dem Jobcoaching, was Sie sich vorher nicht getraut haben?
Charuk:
Ich weiß jetzt, dass es Möglichkeiten gibt. Wenn du allein dastehst, denkst du dir: Ok, das ist wirklich ein großer Berg!‘ Jetzt weiß ich: Wenn ich das erreichen will, ist das der Weg. Alles wird klarer. Du siehst Wege, dass es überhaupt Wege gibt.
Magus:
Es ist auch gut, unsere Rechte zu kennen. Frau P. hat uns das deutsche System zugänglich gemacht. Es ist wirklich gut, unsere Rechte und die Regeln zu kennen und zu wissen, wie wir in diesem System funktionieren können. Ohne diese Hilfe wären wir weiter Außenseiter.


Was bedeutet Teamwork für Sie - speziell in einem Coaching?
Magus:
Aus meiner Erfahrung (als Musiker) kann ich sagen: eine Band ist Teamwork. Alles muss zur selben Zeit perfekt funktionieren. Du hast verschiedene Hände und die Power richtet sich auf einen Fokus. Das ist im Coaching dasselbe wie in einer Band.
Charuk:
Wir alle haben  das gleiche Ziel.
Frau Poghosyan:
Wir gehen alle in die gleiche Richtung, alle zusammen.


 

Ankommen ist Teamwork



„Ich kenne meinen Weg, ich kenne mein Ziel. Und ich kenne jetzt die Schritte, die ich jeden Tag gehen muss.“

Team:    Gabriela Schweinberger, Coach und
              Khaled Abdallah, Unternehmer
Projekt:  Mit Coaching zum Erfolg


Was haben Sie bisher beruflich gemacht und wie sind Sie zu Goldnetz gekommen?
In Ägypten habe ich meinen Bachelor-Abschluss in Jura gemacht und dann in einer Import-Export-Firma gearbeitet. Wir haben Obst und Gemüse in andere Länder exportiert. Meine Familie und ich sind nach Deutschland gekommen, damit meine Kinder medizinisch versorgt werden können. Darum musste ich eine neue Karriere beginnen. Das ist sehr schwer in einem anderen Land, mit einer anderen Kultur. Also haben wir jemanden gebraucht, der uns unterstützt. Am Anfang wusste ich nicht, in welchem Bereich ich anfangen, wo ich arbeiten will. Ich habe daher einen Gutschein von der Agentur für Arbeit bekommen, um ein Coaching zu machen.

Was ist für Sie im Coaching passiert? Was hat sich bewegt?
Mein Coach und ich haben nach Möglichkeiten für mich gesucht. Sie fragte mich, in welchem Feld ich arbeiten möchte. Erst dachte ich an IT, vielleicht auch Automechaniker. Sie hat mich dabei unterstützt, herauszufinden, wo mein Talent liegt. Das ist das Wichtigste. Wenn du eine neue Chance bekommst, neu anfangen kannst, solltest du dir sicher sein. Denn vielleicht ist es die einzige oder die letzte Chance. Sie hat mit mir herausgefunden, was ich hier tun möchte.
Das Wichtigste, das sie mir gegeben hat, ist ihre Unterstützung dabei, mir hier ein eigenes Import-Export-Unternehmen aufzubauen. Ich bin sehr glücklich über diese Erfahrung hier in Deutschland. Ich habe den Markt geprüft und jetzt will ich meine eigene Firma gründen und ägyptische Produkte importieren.


Wobei konnte Frau Schweinberger Sie besonders gut unterstützen?
Wir haben einen Plan entwickelt, der die verschiedenen Wege aufzuzeigte. Erst gab es drei Wege für mich, dann zwei, dann einen. Ich habe die Hausaufgabe bekommen, mich zu entscheiden, welche Karriere ich beginnen möchte. Wir hatten elf Sitzungen, also genug Zeit, alles zu finden und zu diskutieren. Nicht zu wenig, nicht zu viel, es war perfekt und genug.
Frau Schweinberger hat sich sehr gefreut, als ich den richtigen Weg für mich gefunden habe. Sie hat mir viele Adressen, Websites, Links gegeben und wir haben darüber gesprochen, wie ich mein Start-up angehen kann. Sie hat mich bestätigt und mich sehr gut beraten.


Was trauen Sie sich heute, was Sie sich vor dem Jobcoaching nicht getraut haben?
Vor dem Coaching kannte ich meinen Weg nicht. Ich habe mich oft gefühlt, als würde ich verloren gehen und habe gezögert, welchen Weg ich einschlagen soll. Jetzt nach dem Coaching bin ich sehr glücklich, ich kenne meinen Weg, ich kenne mein Ziel. Und ich kenne jetzt die Schritte, die ich jeden Tag gehen muss. Für mich ist es sehr wichtig zu wissen, was ich in den nächsten Monaten tun werde. Ich habe eine Vision.

Was bedeutet Teamwork für Sie – besonders im Kontext Coaching?
Wir können nicht nur allein nachdenken. Wir brauchen Beratung, Fachleute, die uns unterstützen, uns neue Ideen geben, mit uns ein Brainstorming machen. Wir können nicht alles allein schaffen. Ich empfehle jedem, der neu in Deutschland ist, ein Coaching zu machen.
 

Qualität ist Teamwork



„Teamwork und Kommunikation sind das A und O im Leben!“

Team:     Susanne Pieske, Pfandbeauftragte bei „Spende Dein Pfand“
              Philip Friedrich, Referent Business Development, Commercial Marketing,
              Flughafen Berlin Brandenburg
              sowie Ilka Kerber, Jasmin Lundin, Abt.-/Projektleitung
Projekt:   ‘Spende Dein Pfand‘, Flughafen Tegel


Was haben Sie bisher beruflich gemacht und wie sind Sie zu Goldnetz gekommen?
Eigentlich bin ich ausgebildete Malerin/Lackiererin. Auf Goldnetz gekommen bin ich durch meine erste MAE Stelle, das war vor 5 Jahren und seitdem arbeite ich fast durchgängig in den Projekten von Goldnetz. Ich habe in der Küche eines Stadtteilvereins gearbeitet, in der Flüchtlingshilfe und als ich von dem neuen Projekt am Flughafen hörte, wollte ich unbedingt daran teilnehmen und mit der Hilfe von Goldnetz hat es dann auch geklappt.

Was hat sich für Sie in Ihrem Leben verändert, seit Sie bei Goldnetz arbeiten. Wie sah Ihr Leben damals aus und was macht es heute aus?
Vor meiner Zeit bei Goldnetz war ich lange krank und dann arbeitslos. Ich war sehr isoliert und habe nur ungern die Wohnung verlassen. Mit den Projekten von Goldnetz konnte ich langsam wieder einsteigen - mit viel Unterstützung und Zuspruch. Ich habe das geschafft, weil ich wusste, dass ich bei Goldnetz einen Ansprechpartner habe. Wenn ich das Gefühl habe, ich komme nicht klar, kann ich den Hörer in die Hand nehmen und wir suchen gemeinsam nach einer Lösung, das ist bis heute so! Ich fühle mich nicht mehr allein mit Problemen und mittlerweile wirklich als ein Teil vom Goldnetz Team.

Was können Sie jetzt, was Sie vorher nicht konnten, was trauen Sie sich zu, was Sie sich vorher nicht zugetraut haben?
Das sind ganz viele Veränderungen. Die Wichtigste: Ich kann wieder rausgehen, ich trete in Kontakt mit Menschen. Arbeiten ist kein Problem für mich. Ich kann arbeiten und ich will arbeiten, das Seelische war das Problem.
Heute fühle ich mich gestärkt und kann sogar anderen manchmal bei Sorgen helfen.


Liebe Frau Pieske, Sie sind sozusagen zum Gesicht von „Spende Dein Pfand“ geworden, Sie geben Interviews, Sie sprechen auf Pressekonferenzen und sind eine große Unterstützung für uns, das Projekt in die Öffentlichkeit zu tragen …
Ich freue mich, Teil dieses Teams zu sein! Das Projekt „Spende Dein Pfand“ tut Gutes! Wir unterstützen die Berliner Tafel und leisten einen Beitrag zum Umweltschutz! Und darüber spreche ich gerne, auch in der Öffentlichkeit.

Früher hat man nur seinen Dienst abgeleistet und sich morgens überlegt, geht man überhaupt noch hin...
Jetzt kann und muss ich mich mit Teamkollegen absprechen und die Arbeit mit organisieren. Das macht mir Spaß und man steht mit vielen Sachen nicht mehr alleine da.
Kommunikation ist total wichtig geworden in meinem Leben.
Und Teamwork funktioniert nur mit Kommunikation! Wir müssen miteinander reden, dann kriegen wir (fast) alles gewuppt, würde ich sagen!


Frau Lundin, Frau Kerber wie haben Sie die Arbeit mit Frau Pieske wahrgenommen?
Die persönliche Entwicklung von Frau Pieske beindruckt uns, weil sie trotz der vielen Hürden, die sie im Leben meistern musste, immer optimistisch in die Zukunft schaut und mit viel Willenskraft Dinge anpackt. Dabei unterstützen wir sie gerne auch in Zukunft! Sie setzt sich für die Belange anderer ein, motiviert und ist eine vertrauensvolle Ansprechpartnerin für das gesamte Team!

So gelingt Teamwork!


Herr Friedrich, wie beschreiben Sie Ihre Erfahrung mit dem Projekt „Spende Dein Pfand“?:
Gemeinsam mit meinen Kollegen freue ich mich, dass wir mit „Spende Dein Pfand“ am Flughafen Tegel einen spürbaren Beitrag im Bereich Nachhaltigkeit und soziale Teilhabe leisten können. Ich bin stolz auf unsere Pfandbeauftragten, die jeden Tag mit vollem Engagement am Start sind. Nur im Team mit unseren Pfandbeauftragen und den Partnern Goldnetz, Berliner Tafel sowie dem Grünen Punkt wurde das Projekt zu einem großen Erfolg.

 

Sich verstehen ist Teamwork



„Ich werde das alles schaffen. Da bin ich mir ganz sicher.“

Team:       Katrin Eschenweck, Assistentin der Geschäftsführung Pro Seniore
                Elenka Mihova, Pflegeschülerin
Projekt:     Duale Weiterbildung "Pflege- und Betreuungsassistenz"


Was haben Sie bisher beruflich gemacht und wie sind Sie zu Goldnetz gekommen?
Ich bin von Bulgarien nach Deutschland gekommen. Ich bin zu einer bulgarischen Freundin gekommen und habe für sie als Nanny gearbeitet. Ich konnte aber erstmal nur bulgarisch sprechen. Dann hat mir meine Freundin gesagt, lern Deutsch, dann kannst Du arbeiten!

2016 bin ich zu Goldnetz durch das Jobcenter gekommen. Ich hatte einen Termin im Jobcenter und sagte, dass ich mit Senioren arbeiten möchte. Ich kannte Goldnetz schon von früher und wollte dorthin. Da war das Jobcenter einverstanden und so habe ich die Pflegequalifizierung gemacht. Es war schwer mit meinem Deutsch, vor allem mit dem Sprechen. Die ersten sechs Monaten waren schön in der Schule dann wurde schwieriger aber ich mache trotzdem weiter, ich gebe nicht auf.


Wie sind Sie zur Pflege gekommen?
Ich bin mit meiner Großmutter aufgewachsen und habe ich sie auch gepflegt. Ich habe als Putzfrau im Krankenhaus gearbeitet und dort auch viel Kontakt mit den Patienten gehabt. Es ist mein Charakter, mich zu kümmern. Leute fragten mich, ob ich mich um ihren Vater oder Mutter kümmern kann. Das habe ich immer schon gerne gemacht.
Und jetzt ist leider mein Mann krank. Mein Mann – das war Liebe auf den ersten Blick! 2016 haben wir geheiratet. Dann hatte er leider einen Herzinfarkt und es geht ihm nicht gut. Deswegen will ich diesen Job auch noch mehr! Ich will helfen.Ich will, dass die Leute glücklich sind, so wie ich. Ich habe viele Talente in dem Bereich, aber noch keine Zertifikate. Das ist das Problem. Das muss ich jetzt ändern und dabei hilft mir Goldnetz.


Was haben Sie seit Beginn Ihrer Ausbildung für Erfahrungen gemacht?
Die Weiterbildung ist mir leicht gefallen und hat mir Spaß gemacht und ich habe sehr viel Medizinisches gelernt. Wir sind auch schon in Kontakt mit Patienten. Ich habe sogar einige Diagnosen gestellt, da waren die Lehrerinnen ganz beeindruckt von mir.

Wie hat Sie Goldnetz auf Ihrem Weg unterstützt?
Goldnetz hat mir dabei sehr geholfen, meinen Wunsch umzusetzen - trotz meiner Sprachprobleme. Sie haben mich auch motiviert als ich frustriert war, weil ich noch nicht mit den Pflegern und Patienten reden konnte.

Wie sieht die Zukunft nach Goldnetz aus?
Jetzt mache ich den Pflegebasis-Schein, der geht noch bis Ende Oktober. Dann bin ich Pflegeassistentin. Dann will ich direkt arbeiten, auch Schichtarbeit, damit habe ich keine Probleme. Ich habe ich in der Zuckerfabrik im Schichtdienst gearbeitet. Zuhause pflege ich dann noch meinen Mann. Aber ich werde das alles schaffen. Da bin ich mir ganz sicher. Dabei bleibe ich positiv, denn Lachen ist gesund.

Was bedeutet für Sie Teamwork?
Ich hatte gerade Praktikum und da habe ich sehr viel mit den alten Leuten geredet. Die helfen mir natürlich auch, Deutsch zu lernen und korrigieren mich dann, wenn ich Fehler mache und dann bedanke ich mich.

Auch wenn man eine Sprache nicht gut spricht, kann man kommunizieren, mit Mimik, mit Gestik, mit dem Herzen. Dabei geht es auch darum, Fehler zu akzeptieren und Entschuldigung zu sagen, nicht nur mit dem Mund, sondern auch mit dem Herz. Sich auf Augenhöhe zu treffen. Es geht da nicht in erster Linie um die Sprache, sondern um die Gefühle und das Herz.

Das ist dann auch ein echtes Teamwork.


Frau Eschenweck, welche Rolle spielt Teamwork für Sie bei der Kooperation unserer Unternehmen?

Teamwork zahlt sich nicht nur unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus – sondern auch unter Unternehmen und deren Partnern. Durch gebündelte Kräfte profitieren alle: Arbeitgeber und Bildungsträger ebenso wie Lehrgangsteilnehmer und Jobsuchende. Dank eines gemeinsam entwickelten Bildungskonzeptes und einer engen praktischen Berufsbegleitung können Goldnetz und Pro Seniore auch in Zukunft auf gut ausgebildete und motivierte Pflegekräfte bauen.
 

 

 

 

 

Wall GmbH

Flughafen Berlin Brandenburg

 

pro Seniore

 

Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales

 

 

Wir bedanken uns bei unseren Kooperationspartnern und Unterstützern

Goldnetz gGmbH / e.V
Am Köllnischen Park 1
D-10179 Berlin
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